Jedes Jahr im Juni häufen sich die Anfragen, und jedes Jahr muss ich einen Teil davon vertrösten. Nicht, weil der Laser im Sommer nicht funktioniert, sondern weil gebräunte Haut das eine ist, was ich nicht behandeln darf, ohne dich einem unnötigen Risiko auszusetzen. Hier steht, warum das so ist, wie lange welche Bräune stört und wie du die Serie so legst, dass die Beine zum nächsten Sommer fertig sind.
Warum Bräune und Laser nicht zusammenpassen
Der Laser arbeitet nach dem Prinzip der selektiven Photothermolyse. Das Licht wird vom Pigment Melanin aufgenommen, in Wärme umgewandelt und schädigt so die Haarwurzel. Das Bundesamt für Strahlenschutz bringt das Problem auf einen Satz: Der Laser macht keinen Unterschied zwischen dem Melanin im Haar und dem Melanin in der Haut. Je dunkler die Haut, desto mehr Energie landet in ihr statt im Haar. Die Folge sind Rötungen, Hitzegefühl, im schlechten Fall Pigmentflecken oder Verbrennungen, und gleichzeitig eine schwächere Wirkung auf die Haare.
Bräune ist genau dieser Effekt in Reinform. Deine Haut hat als Reaktion auf UV-Licht zusätzliches Melanin gebildet, und für den Laser bist du damit vorübergehend ein dunklerer Hauttyp. Eine hellhäutige Frau mit frischer Strandbräune ist für die Behandlung riskanter als eine von Natur aus dunklere Frau ohne Bräune. Deshalb schaue ich vor jeder Sitzung auf die Haut, nicht in den Kalender.
Die Hauttypen nach Fitzpatrick
Dermatologen teilen Haut in sechs Typen ein, von Typ I, sehr hell, immer Sonnenbrand, nie braun, bis Typ VI, tief dunkel, nie Sonnenbrand. Unser MeDioStar ist laut Hersteller für alle sechs Typen zugelassen, was in der Praxis bedeutet: Ich stelle Energiedichte und Pulsdauer für jeden Typ anders ein und arbeite bei dunklerer Haut mit weniger Energie und längeren Impulsen, damit die Haut Zeit hat, die Wärme abzugeben. Bräune verschiebt dich in dieser Skala um einen Typ nach oben, manchmal um zwei. Die Einstellung, die letzte Sitzung noch gut vertragen wurde, kann nach einem Urlaubswochenende zu viel sein.
| Was | Vor der Behandlung | Nach der Behandlung |
|---|---|---|
| Intensives Sonnenbad, Strand, Freibad ohne Schutz | 2 bis 4 Wochen Pause, je nach Bräunungsgrad | mindestens 2 Wochen Pause, nach Strandurlaub eher 4 |
| Solarium | mindestens 4 Wochen Pause | mindestens 4 Wochen Pause |
| Selbstbräuner, Bräunungslotion | mindestens 2 Wochen absetzen, vorher peelen | frühestens nach 1 bis 2 Wochen wieder |
| Alltagssonne mit Lichtschutzfaktor 50 | unproblematisch | Pflicht auf den behandelten Zonen für mindestens 2 Wochen |
| Sauna, heißes Bad, Sport | unproblematisch | 24 Stunden Pause |
Selbstbräuner: die unterschätzte Falle
Viele Kundinnen denken an Sonne und Solarium, aber nicht an die Tube im Bad. Selbstbräuner enthalten Dihydroxyaceton, kurz DHA, das mit den Proteinen der obersten Hornschicht reagiert und sie innerhalb weniger Stunden braun färbt. Für den Laser ist das Pigment in der Hornschicht genauso ein Hindernis wie echte Bräune. Es nimmt Energie auf, die nicht ins Haar gelangt, und erhöht die Reizung an der Oberfläche. Setze Selbstbräuner deshalb mindestens zwei Wochen vor dem Termin ab und hilf mit einem sanften Peeling nach, damit die gefärbten Hautschüppchen abgetragen sind. Wenn du am Behandlungstag noch Streifen siehst, verschiebe lieber.
Nach der Sitzung: zwei Wochen Sonnenschutz, kein Sonnenbad
Direkt nach der Behandlung ist die Haut leicht gerötet und warm, das klingt in Stunden bis maximal zwei Tagen ab. In dieser Zeit und in den zwei Wochen danach reagiert sie empfindlicher auf UV-Licht. Wer jetzt sonnenbadet, riskiert Pigmentflecken, die Monate bleiben können. Die Regel ist deshalb einfach: Auf den behandelten Zonen zwei Wochen lang täglich Lichtschutzfaktor 50, nachcremen bei längerem Aufenthalt draußen, kein direktes Sonnenbad, kein Solarium. Nach einem Strandurlaub direkt vor dem Termin dehne ich die Empfehlung auf vier Wochen aus.
Eine offizielle Zahl dafür gibt es nicht. Weder das Bundesamt für Strahlenschutz noch die dermatologischen Fachgesellschaften legen einen Lichtschutzfaktor oder eine Wochenzahl fest, und auch der Gerätehersteller veröffentlicht keine. Was ich dir hier nenne, ist die gängige dermatologische Praxis, und ich sage dir das so deutlich, weil viele Studios diese Zahlen als Vorschrift verkaufen.
Warum der Herbst der beste Startpunkt ist
Eine Serie umfasst sechs bis acht Sitzungen, an den Beinen im Abstand von sechs bis acht Wochen. Das sind neun bis zwölf Monate, in denen du zwischen den Terminen keine intensive Sonne auf den behandelten Zonen haben solltest. Im Sommer bedeutet das: Freibad ohne Beine, Urlaub mit langer Hose oder eine Serie, die ständig verschoben wird. Im Herbst ist das kein Thema. Wer im September oder Oktober startet, hat die Achseln bis zum Frühjahr durch und die Beine bis zum Sommer, und der Urlaub im Juli fällt in die Zeit nach der letzten Sitzung, wenn die Haut wieder Sonne verträgt.
Das ist auch der Grund, warum ich Sommer-Rabattaktionen mit Vorsicht sehe. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt jedes Jahr vor Angeboten, die im Juni glatte Haut für den Urlaub versprechen. Eine Serie, die im Juni beginnt, ist im Juli nicht fertig, und eine einzelne Sitzung vor dem Urlaub bringt außer Risiko wenig.
Zwei Mythen, die ich jeden Sommer höre
„Der Laser macht Hautkrebs." Nein. Hautkrebs entsteht durch UV-Strahlung zwischen 100 und 400 Nanometern. Unser Laser arbeitet bei 810 und 940 Nanometern im nahen Infrarot, das ist eine ganz andere Region des Spektrums und liegt außerhalb des Bereichs, der die DNA schädigt. Was der Laser mit der Sonne gemeinsam hat, ist nur die Wärmeempfindlichkeit der frisch behandelten Haut, und dagegen hilft Sonnenschutz.
„Gebräunt zu lasern ist nur weniger wirksam, aber nicht gefährlicher." Auch falsch. Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt ausdrücklich fest, dass gebräunte Haut das Risiko für Nebenwirkungen und Schäden erhöht, nicht nur die Wirkung senkt. Deshalb ist eine verschobene Sitzung kein Umsatzverlust, den ich in Kauf nehme, sondern Teil der Behandlung.
Praktisch gedacht
Laser-Haarentfernung ist ganzjährig möglich, gebräunte Haut ist es nicht. Zwei bis vier Wochen vor dem Termin kein Sonnenbad und kein Solarium, zwei Wochen vorher kein Selbstbräuner, danach zwei Wochen Lichtschutzfaktor 50 und kein Sonnenbad, nach Strandurlaub eher vier. Diese Zahlen sind Praxis, nicht Gesetz, und ich passe sie an deine Haut an. Wer die Beine zum nächsten Sommer fertig haben möchte, startet im Herbst. Was sonst an Nebenwirkungen möglich ist und wie selten sie vorkommen, habe ich im Artikel Nebenwirkungen der Laser-Haarentfernung zusammengetragen.